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Der Theater-Autor
Ludwig Hollburg hat vier Theaterstücke geschrieben und mit dem portugiesischen Ensemble in Benedita ein Stück während seiner Improvisationsarbeit entwickelt.
"BÖHME - EINE HÜLSENBECKSCHAU MIT VIEL MUSIK UND TRÄNEN" "Der Tänzer Mahlige sich artistisch in einem langen Soldatenmantel kunstvoll verschlingend: Die soldaten die bei den offizieren als burschen seien haben dicke köpfe aus ihnen heben sich die stirnen eckig vierfach beulig glattgeschlagen heraus die augen sind blaugross ferndoch quellend mit den gesässen verschmelzen die sitze der kremser mit scharrendem brandigen lack sie starren die karte und schleudern sie sich von hand zu hand und hand zu hand und hand zu das dach der wagen hängt nieder nicht lauschig fransig zerrissen tarnfarben verkleckert um die wagen aus denen ihr stimmenwerkzeug stolpert türmen sich die gefährte der nacht."
Nach einer Erzählung von Doktor Richard Hülsenbeck, einer der Begründer des DaDaismus. Böhme und der sprachartistische Tänzer Mahlige treffen sich in einer Geschichte mit Wozzekdimensionen.
"DRACHENIMPROVISATIONEN"
Der Drache:  "Je zivilisierter, desto sterilisierter! Es ist jetzt drei Wochen her, dass ich das letzte mal - bei der Gelegenheit des Beginns der Bebauung des letzten unbebauten Platzes unserer Hauptstadt und der damit verbundenen Eröffnung des neuen siebzig -stöckigen Multi-Hygiene-Marktes, eines der grossen Errungenschaften unserer abendländischen Kultur- u. Wirtschaftspolitik - von dieser Stelle zu ihnen gesprochen habe."
Nach Texten von Heiner Müller und A. Huxley.  Ein Stück, dass bei der Inszenierung in Portugal, Benedita mit dem Schauspielensemble erarbeitet wurde. Die Texte lassen viel Raum für die Phantasie der Schauspieler und der Zuschauer.
Fast märchenhaft wird über die Diktatur des Konsums erzählt.
Ein Text, der wieder ein Libretto werden könnte ! ("Drachenoper" - Libretto von H.M. für Paul Dessau, Inszenierung R. Berghaus)
"EINE REISE ANS ENDE DER WELT"
 "Es war einmal in einer schneeig schneienden Winternacht - die Vögel fielen im Frost tot aus den Himmeln - dass in einer armen Hütte tief im Wald ein heiliges Kind geboren wurde. Wölfe heulten und heulten hungrig, sehr hungrig. Wolken zogen eilig am Mond vorbei - hell dunkel hell dunkel - Himmelsgespenster gehen durch den Wald. Die Wölfe zogen einen Kreis um das Licht der Hütte. Sie hatten Sehnsucht nach der Wärme. Und sie wollten das Kind mit der Glückshaut begrüßen, dass eben auf der Erde angekommen war. Die Wölfe rochen, dass ein Heiliger geboren wurde. Jemand, der die Sprache der Tiere verstehen kann. Eine Fähigkeit, die bei den Menschen schon seit Tausenden von Jahren in Vergessenheit geraten war!"
Nach dem Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" - von den Gebr. Grimm. Hans, der Held, der die Sprache der Tiere versteht, muss eine wundersame Reise machen und begegnet dabei den letzten nomadischen und archaischen Kulturen - ein wundervolles Märchen voller kultureller Überraschungen.
"DER PERFEKTE MOMENT"  Andy: "Im Sender gibt es einen Kult des Unansehnlichen und Schlauen. Es gibt Vendettas gegen die Gutaussehenden. Man versucht Kategorien zu meiden und so ihre Formulierer zu verwirren. Denn weder gutaussehend noch unattraktiv zu sein, weder rücksichtslos noch schlau, bedeutet, von den Faden als Held empfunden zu werden, von den Brillianten und Hübschen als netter Kerl, von den Schlauen als Nichts und von den militant Unattraktiven als Homosexueller, von den Rücksichtslosen als begabter junger Mann, von den gefährlichen Neurotikern als Bedrohung, von den Entfremdeten und dem Untergang geweihten als enger und treuer Freund."
Das Stück ist eine klare, rasante Gesellschaftsanalyse, die der Frage nachgeht: beginnt Faschismus schon beim morgendlich prüfenden, bewundernden Blick in den Spiegel? Andy, das Medienarschloch der in einem TV-Sender arbeitet, wird daran zerbrechen. Wie D. Gray.
Von Christian Grunert und Ludwig Hollburg Verknüpft mit Texten aus dem "Dorian Gray" von O. Wilde. |
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